Brüssel statt Klassenzimmer – unsere Projektkursfahrt ins politische Herz Europas
Vom 14. bis 16. Juli 2026 ging es für die beiden Projektkurse Erasmus und Demokratie nach Brüssel. Unter dem Titel „Die EU unter Druck – zwischen Klimawandel, Flucht und Migration“ beschäftigten wir uns drei Tage lang mit der Frage, wie europäische Politik eigentlich funktioniert – und vor welchen Herausforderungen die Europäische Union aktuell steht.
Schon am ersten Tag wurde es direkt politisch: Im Europäischen Parlament trafen wir den Europaabgeordneten Dennis Radtke zu einem Gespräch und konnten anschließend das Parlament selbst näher kennenlernen. Dabei spielte beispielsweise die Frage eine große Rolle, warum Menschen das Vertrauen in demokratische Institutionen verlieren und wie Politik mit gesellschaftlicher Polarisierung, Rechtsextremismus und sozialen Problemen umgehen kann. Besonders deutlich wurde dabei: Demokratie funktioniert nicht von allein – sie lebt davon, dass Menschen widersprechen, diskutieren und sich beteiligen.
Am zweiten Tag lernten wir Brüssel zunächst bei einer politisch-historischen Stadtführung kennen. Danach durften wir im Parlamentarium selbst ausprobieren, wie europäische Gesetzgebung funktioniert. In einem Rollenspiel schlüpften wir in politische Rollen, mussten unterschiedliche Interessen vertreten, Kompromisse aushandeln und am Ende gemeinsam Entscheidungen treffen. Dabei wurde schnell deutlich, warum europäische Politik manchmal kompliziert und langsam wirkt: Viele verschiedene Interessen, Staaten und politische Positionen müssen zusammengebracht werden. Anschließend hatten wir die Gelegenheit, uns mit Mirko Drotschmann, aka Mr.Wissen2Go über unsere Perspektiven auf die EU auszutauschen.
Am letzten Tag besuchten wir die Europäische Kommission und diskutierten dort über die Rolle und Zukunft der EU. Anschließend ging es zur Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, wo wir erfuhren, wie auch einzelne Bundesländer versuchen, ihre Interessen in Brüssel einzubringen. Dabei zeigte sich, wie vielfältig die Themen dabei sind – von Klima-, Wirtschafts- und Sozialpolitik über Migration bis hin zu internationalen Beziehungen.
Natürlich bestand die Fahrt nicht nur aus Politikterminen. Zwischen Parlament, Kommission und Stadtführung blieb auch Zeit, Brüssel gemeinsam zu entdecken und die besondere Atmosphäre einer Stadt zu erleben, in der Menschen aus ganz Europa zusammenkommen.
Nach drei intensiven Tagen nahmen wir deshalb vor allem eine Erkenntnis mit nach Hause: Die EU ist kein fernes, abstraktes Gebilde. Hinter ihren Entscheidungen stehen Menschen, Diskussionen und oftmals schwierige Kompromisse – und vieles davon betrifft unseren Alltag direkter, als man zunächst denkt. Die Fahrt hat uns europäische Politik damit nicht nur erklärt, sondern ein Stück weit erlebbar gemacht.

