Richtungweisende Arbeit im MINT-Bereich an der Erich Kästner-Schule

henning tata med

Am 5.10.2020 wurden an der Universität Bochum – leider Corona-bedingt nur digital - die Dr. Hans Riegel Fachpreise verliehen. Bereits zum elften Mal haben die RUB und die Dr. Hans Riegel-Stiftung diese Preise für besonders gute vorwissenschaftliche Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Region vergeben. Neben den rund 7.000 Euro Preisgeldern, ermöglichen diese Fachpreise den Zugang zu nachhaltigen Förderangeboten in Form von kostenlosen Seminaren und Konferenzen. Die Stiftung des ehemaligen HARIBO-Mitinhabers Dr. Hans Riegel engagiert sich in der Bildungsförderung der MINT-Fächer stets mit dem Ziel, junge Menschen bei der Gestaltung ihrer Zukunft zu unterstützen. Entsprechend wurden zahlreiche Schülerarbeiten in den ausgeschriebenen Fächern Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik und Physik eingereicht. Eine Experten-Jury bewertete die Arbeiten nach wissenschaftlichen Kriterien, wobei besonders kreative Themenstellungen sowie ein deutlich erkennbarer praktischer Eigenanteil wichtige Voraussetzungen für eine Prämierung waren. Besonders erfreulich ist es, dass trotz der strengen Auswahlkriterien wieder einmal eine Arbeit der Erich Kästner-Schule ausgezeichnet wurde. Henning Tata aus der Q2 gelang es, mit der innovativen Arbeit Die UN-Nachhaltigkeitsziele: Diskussion der Umsetzung auf kommunaler Ebene an einem Beispiel.“ den zweiten Preis im Fach Geographie zu erhalten.

 

Wie kommt man zu einem solchen Thema?

In der Phase der Themenfindung interessierte sich Henning anfangs für den Strukturwandel im Ruhrgebiet am Beispiel Bochums. Da dieses Thema zu nahe am Unterrichtsgeschehen angesiedelt war, schlug Henning von sich aus vor, die UN-Nachhaltigkeitsziele bezüglich der Stadtplanung und -entwicklung zu bearbeiten. Die Entscheidung, dieses auf der kommunalen Ebene am Raumbeispiel Bonn zu konkretisieren entwickelte sich während der Bearbeitung. In einer erdkundlichen Facharbeit ist gerade der Aspekt, den exemplarischen Raum zu finden, eine wissenschaftliche Herausforderung. Die Übertragbarkeit des Raumbeispiels auf andere Räume war auch Teil der Vorstellungsrunde zur Preisverleihung und belegt den hohen Abstraktionsgrad der wissenschaftlichen Denkweise in Hennings Facharbeit. Nach Auskunft seiner Fachlehrerin Frau Griesdorn gestaltete sich die Zusammenarbeit in der Erarbeitungsphase äußerst erfreulich und professionell: „Es ist schön zu sehen, dass diese intensive Arbeit gewürdigt wird und ich freue mich sehr für Henning.“

Eigeninitiative zahlt sich aus!

Besonders hervorzuheben ist der hohe Grad der Eigeninitiative, den Henning nicht nur bei der Erstellung der Arbeit an den Tag gelegt hat: „Als ich meine Facharbeit im Fach Geografie mit einer guten Resonanz von meiner Lehrerin zurückbekam, habe ich mich an die Uni-Tage im Januar an der RUB erinnert. An einem Tag ging es auch um das Angebot der Rechercheberatung sowie die Unterstützung bei der Vorbereitung und Erstellung von Facharbeiten. Des Weiteren wurde auch auf den Facharbeitenwettbewerb hingewiesen. Die Initiative „Junge Uni“ in Kooperation mit der Dr. Hans Riegel-Stiftung zeichnet besonders gute Facharbeiten von Schülerinnen und Schülern in den Fächern Biologie, Chemie, Geografie, Mathematik, Physik und Informatik aus.“
Da Hennings Facharbeit in der Schule als besonders gelungen eingestuft wurde, hat er diese in der Hoffnung eingereicht, dass seine Überlegungen bei der Jury Anerkennung finden würden. Dass dabei der zweite Platz im Fach Geografie herauskommen könnte, war für Henning „dann doch überraschend“.

Worum geht es in der Facharbeit?

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele sind eine Agenda der Vereinten Nationen (Agenda 2030) mit dem Ziel, Nachhaltigkeit in allen Ländern sowie Gesellschaftsbereichen zu fördern. Henning interessierte vor allem, mit welchen Strategien die Kommunen versuchen, diese Ziele umzusetzen. Nach einer Analyse der Nachhaltigkeitsziele (u.a.: „Keine Armut“ (Ziel 1), „Hochwertige Bildung“ (Ziel 4) oder „Maßnahmen zum Klimaschutz“ (Ziel 13)) beschäftigte sich Henning mit den Handlungsempfehlungen des „Global Policy Forums“ zur Umsetzung der Agenda 2030 auf kommunaler Ebene. Diese sagen unter anderem aus, dass man einen Ratsbeschluss vorlegen, Gelder zur Verfügung stellen und die Teilhabe der Mitbürgerinnen und Mitbürger an dem Projekt ermöglichen soll. Als Fallbeispiel wählte Henning die Stadt Bonn aus. Nach einem Vergleich der Handlungsempfehlungen des „Global Policy Forums“ mit der Umsetzungsstrategie der Stadt Bonn kam Henning zu dem Schluss, „dass es auf jeden Fall möglich ist, eine anspruchsvolle Agenda auf kommunaler Ebene zu realisieren.“

Kann Henning Tata die Teilnahme an dem Wettbewerb weiterempfehlen?

Henning schreibt dazu: „Ich finde gut, dass Schülerinnen und Schüler durch die Teilnahme an Wettbewerben wie die Dr. Hans Riegel-Fachpreise frühzeitig an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden. Das Einreichen der Facharbeit ist nicht mit großem Aufwand verbunden. Man hat nichts zu verlieren, sondern nur viel zu gewinnen – vor allem an Anerkennung, und natürlich lockt auch das Preisgeld. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, die Auszeichnung in seinem Lebenslauf bei späteren Bewerbungen anzugeben. Weitere Projekte und Veranstaltungen der Dr. Hans Riegel-Stiftung werden im Rahmen des „MINT-Tanks“ angeboten. Ziel ist dabei immer auch, Kontakte mit anderen jungen Preisträgerinnen und Preisträgern zu knüpfen.“

Der Wettbewerb um die Fachpreise ist Bindeglied zwischen den Schulen und Hochschulen der jeweiligen Region. Die siegreichen Schülerinnen und Schüler erhalten durch die Lehrenden der Universitäten eine Rückmeldung zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit und knüpfen so erste Kontakte zur Universität. Sie erleben eine besondere Wertschätzung ihrer eigenständigen Forschungsarbeit. So empfiehlt Henning:

Der Facharbeitenwettbewerb sollte an der EKS bekannter gemacht werden, indem vor allem Lehrerinnen und Lehrer aus den MINT-Fächern und der Geografie über den Wettbewerb informieren. Ich fände es toll, wenn zukünftig viele Schülerinnen und Schüler der EKS an dem Facharbeitenwettbewerb teilnehmen würden.“

Die Anerkennung und Förderung dieser Schülerinnen und Schüler verändert auch die Wahrnehmung dieser Fächer bei den Mitschülerinnen und Mitschülern positiv. Sie erfahren, wie lebensnah, vielseitig und interessant die schulischen Arbeiten sind und dass sich die Anstrengung über die Schule hinaus auszahlt. Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer: „Herzlichen Glückwunsch, Henning Tata!“

 

Dr. Ludger Jonischeit, Schulleiter

 

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