Am 9.November 2011 machte sich der 13.Jahrgang unserer Schule auf den Weg zu einer Studienfahrt nach Amsterdam. Thema dieser Studienfahrt war der Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die Verfolgung der Juden. Wir Schülerinnen und Schüler trafen uns um 8.00 Uhr an der Bushaltestelle Markstraße und erreichten Amsterdam um etwa 11 Uhr. Die ersten Eindrücke von der Architektur der Stadt konnte man schon sehr gut an dem pompösen Bahnhof sammeln. Damit dies auch „Studienfahrt“ genannt werden darf, galt es verschiedene Museen zu erkunden. Hierzu teilte sich der Jahrgang in zwei Gruppen.

Das Verzetsmusuem

Das Verzetsmusuem ist ein Widerstandsmuseum in Amsterdam, das versucht durch bestimmte Techniken die Atmosphäre der deutschen Besatzung und des Widerstandes dieser Zeit darzustellen.

Rekonstruierte Straßen plus dem Hintergrund der wandgroßen Farbfotos simulieren die Atmosphäre der Kriegsjahre. Authentische Objekte, Fotografien und Dokumente Videos und Audio Clips erzählen Geschichten von Menschen in Kriegszeiten. Sie sehen hören und lesen die außergewöhnlichen Geschichten aus dem Alltag der damaligen Menschen .Im Museum wird auch nicht nur der Widerstand trocken dargestellt, sondern das Museum gibt den Besuchern auch eine Vorstellung der Gesellschaft, in der der Widerstand stattgefunden hat. Man kriegt auch zu sehen, wie der Widerstand begonnen hat und wie er allmählich immer an Größe zunahm. Am Anfang waren es nur wenige Teile der Bevölkerung, die illegal aktiv waren, und aus dieser kleinen Gruppe entwickelte sich langsam eine Opposition. Die Ausstellung selbst beginnt mit einem Abschnitt über die Niederlange in den 30 Jahren und gibt somit einen Eindruck der niederländischen Gesellschaft. Im Mai 1940 werden die Holländer dann mit der deutschen Besatzung konfrontiert.

Wer mit großen Schritten durch die Ausstellung läuft, erhält ein grobes Bild von den Niederlanden während der Besatzung .Wer mehr wissen will, kann alles hinter Gucklöchern und in den Schubladen entdecken. Man muss suchen um zu begreifen, was im Verborgenen geschehen ist. Was sich genau hinter den Boxen befindet, sind authentische Objekte zusammen mit den persönlichen Geschichten und Zitaten der Widerstandskämpfer.

Das Museum ist ein empfehlenswertes Museum mit vielen Informationen über die niederländische Gesellschaft , es werden gute Methoden verwendet um Informationen zu vermitteln. Was für mich dieses Museum auch von den anderen unterscheidet , es war nicht nur eine reine Ausstellung, man musste auch nach Informationen suchen.

Widerstandskämpfer in den Niederlanden: z. B. Jakoba Maria Bremer

Jacoba Maria Bremer (1885 - 1941) ist in Amsterdam geboren, ihre Mutter kam aus Deutschland, ihr Vater war Niederländer.

Ihr Widerstand war relativ klein, im Vergleich zu anderen Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus. Jedoch, dass sie eine allein stehende Frau war und sich allein gegen das Regime stellte, macht ihre Tat umso bedeutender. Sie leistete Widerstand durch das Verteilen von Flugblättern und negative Äußerungen über die Winterhilfe. Die Reaktion darauf war, dass sie von SS-Soldaten festgenommen wurde und kurz darauf ins KZ gebracht wurde, laut §4 - Widerstand gegen das Deutsche Reich im Ausland.. Sie wurde anfangs als naiv bezeichnet, jedoch im Nachhinein als emanzipierte Freiheitsrednerin.

Widerstandkämpfer in den Niederlanden: z.B. Gerrit van der Veen

Gerrit van der Veen wurde am 26. November 1902 in Amsterdam geboren. Er hatte eine normale Kindheit. Er wurde erst 1940 auffällig, wo er öffentlich gegen die deutsche Besatzung protestierte. Er gehörte zum Untergrund und führte die Organisation an. Als seine Kameraden im „House of Detention“ (Gefängnis) in Amsterdam eingeliefert wurden, besorgte er von einem befreundeten Wärter die Schlüssel und ließ diese nachmachen. Somit konnte er seine Kameraden befreien. Der Untergrund fertigte im Laufe der Zeit ca. 80 000 falsche Personalausweise und Pässe und konnte somit für viele Menschen Zeit gewinnen um weiter im Untergrund zu arbeiten. Van der Veen wurde am 1. Mai 1944 in Overveen gefangen und hingerichtet, „auf der Flucht erschossen″, wie es hieß.

Das Verzetsmuseum stellt auch den Kampf der Niederländer gegen die japanische Besatzung in Indonesien dar:

Widerstandskämpfer in den Niederlanden: z.B. Helen Lotichius, geb. Solotovsky

Helen Lotichius war die Tochter einer russischen Familie, welche jedoch in die Niederlande ausgewandert war. Nach ihrer Schulausbildung beschloss sie, sich dem niederländischen Militär anzuschließen. Dort wurde sie dann, nach ihrer Grundausbildung, als Sanitäterin in die indonesische Kolonie verlegt, nachdem der Krieg ausgebrochen war.

Während des Kriegs heiratete sie und legte ihren Geburtsnamen ab.

Da Helen Lotichius währed ihrer Schul- und Militärausbildung viele Sprachen, wie z.B. Englisch, Deutsch, Japanisch, Malai-Chinesisch gelernt hatte, diente sie dem Militär der Alliierten beim Abhören der Deutschen und Japaner, weshalb schnell auf deren Maßnahmen reagiert werden konnte.

Im Februar 1944 wurde sie nach einem Überfall der Japaner gefangen genommen. Nachdem die Japaner herausgefunden hatten, dass sie beim Abhören geholfen hatte, wurde sie in der Gefangenschaft hingerichtet.

Widerstandskämpfer in den Niederlanden: Willem Johan Cornelis Arondeus

Willem Arondeus wurde am 22.08.1894 als Sohn eines Treibstoffhändlers geboren und am 27.03.1943 getötet.

Anfangs besuchte Arondeus die Gerit Rietveld Akademie für Kunst in Amsterdam, wo er eine Ausbildung zum Kunstmaler absolvierte. Mit 17 Jahren gestand Willem seinen Eltern seine Homosexualität, woraufhin er das Haus verließ. Nach dieser Verkündung zog er nach Rotterdam um dort Bilder zu verkaufen. Dies gelingt ihm aber nur mit magerem Erfolg. Mit 28 Jahren ändert er sein Berufsbild vom Maler zum Schreiber. Mit diesem Beruf erzielte er nahezu keine Erfolge. Nachdem er über 4 Jahre nur mäßigen bis gar keinen Erfolg hatte, zog er mit 32 Jahren aufs Land, wo er Jan Tiyssen kennen lernt. Mit diesem lebte er insgesamt 7 Jahre zusammen.

Nun erzähle ich etwas zu den Vorfällen des zweiten Weltkrieges, welche ihn dazu brachten Widerstand zu leisten. Nachdem 1942 die Deportation der Juden begann, stieg die Zahl der Menschen, die in Illegalität lebten, von 25000 auf bis zu 140000 Menschen. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen schloss sich Arondeus einer Widerstandsgruppe von Künstlern und Malern an. Ab dem Jahre 1941 verbreitete diese Gruppe die Widerstandszeitschrift "Branderis Briefe", welche in den Niederlanden stark verbreitet war.

Zum Anschlag der Widerstandsgruppe:

Dieser Anschlag war sehr gut durchstrukturiert. Die Intention der Gruppe war, so viele Karteikarten im Einwohnermeldeamt wie möglich zu vernichten, um so vielen Juden wie möglich das Leben zu retten, indem sie aus den Karteikarten entfernt wurden. Sie haben gehofft, dass die Juden, welche keine Kartei mehr beim Amt haben, in Ruhe gelassen werden und nicht verfolgt werden, weil sie Juden sind.

Sie sind mit 9 Mann am 27.03.1943 in das Amsterdamer Einwohnermeldeamt gegangen um dort eine Bombe zu zünden. Die Pläne des Hauses wurden ihnen von dem Architekt Koen Limping persönlich überreicht. Dieser wusste von dem geplanten Anschlag auf das Amt. Nachdem sie an den Wachen vorbei sind, haben sie die Räume mit den Registerkarten aufgesucht und dort die Bombe platziert. Mit dem Anschlag wurde ein Chaos angerichtet, welches für die Gruppe nur begrenzt erfolgreich war, da nur knapp 15 Prozent der Karteikarten abgebrannt wurden.

Die Gruppe wurde von einem Unbekannten verraten und somit am 1 Juli 1943 hingerichtet. Möglicher Verräter war Koen Limping, da man vermutete, dass dieser erpresst wurde. Ich begründe meine Entscheidung Arondeus für meinen Bericht gewählt zu haben, da er sich einer Gruppe anschloss, welche für andere Menschen (z.B. Juden), welche sie nicht kennen, ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat. Meiner Meinung nach war er ein Widerstandskämpfer, der viel Herz und Mut hatte sich gegen das Regime zu stellen und so eine Anzahl an Ausländern das Leben zu retten.

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