Ein einmaliges Schmuckstück für die Gesundheitserziehung

Mit einer kleinen Feierstunde und zahlreichen Gästen wurde die neue Fitnesshalle offiziell der Schule übergeben.

Damit bietet sich der Gesundheitserziehung, die an der EKS jahrzehntelange Tradition hat, ein moderner Raum, um den die Schule sicherlich so manches Fitness-Studio beneidet.

Gesundheitsföderung an der EKS

   

Sie dient dem Wohlbefinden aller am Schulleben Beteiligten.

   

„Was Kinder stark macht: gesunde Ernährung- Lust an der Bewegung“.

So nennt sich beispielsweise das letzte Vorhaben der Erich Kästner-Schule auf ihrem Weg zur „Gesunden Schule“. Passend zu ihrem schulprogrammatischen Schwerpunkt (vgl. Schulprogramm) wollte die Schule die Schulöffentlichkeit für das Thema der fehlerhaften Ernährung und der mangelnden Bewegung sensibilisieren, das auch bei Politikern und Presse derzeit größte Beachtung findet. Für ihr Pilot-Vorhaben gewann die Schule die Unterstützung des Bochumer Gesundheitsamtes und der BARMER sowie die Förderung der Robert Bosch Stiftung.

   

Das Projekt begann mit einer Reihenuntersuchung des 5. Jahrganges, deren Untersuchungsergebnisse die Schulärztin- falls notwendig- den Eltern mitteilte. Die Auftaktveranstaltung am 30.9.04, die vor allem auch die Eltern in die nun folgenden Maßnahmen mit einbeziehen wollte, informierte die Schul- öffentlichkeit über die Untersuchungsergebnisse und die dahinter stehende Thematik eines zu verbessernden Essverhaltens und Ernährungsbewusstseins bzw. der gesundheitlichen Folgen der Fehlernährung und der mangelnden Bewegung. Sie wollte für mögliche Hilfs- und Unterstützungsangebote werben:

   

So will eine Arbeitsgemeinschaft „Essen und Trimmen- beides muss stimmen“ für Kinder mit Ernährungsproblemen, die von Sport- und Haushaltsfachlehrerinnen der EKS betreut werden, Interesse an gesunder Ernährung und Spaß an der Bewegung wecken. Mittlerweile ist dieses Vorhaben ein festes Angebot im AG-Bereich, zu dem die betroffenen Kinder persönlich eingeladen werden.

Gesundheitserziehung will - anders als das traditionell geltende biomedizinisch-naturwissenschaftliche Denkmodell - ein integrativ-ganzheitliches Verständnis von Gesundheit und das Konzept der Gesundheitsförderung im Sinne der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation von 1986 vertreten und setzt hinsichtlich der Annahme, dass Gesundheit nicht „gegeben“, sondern „aufgegeben“ ist, bei der Gesundheitsförderung auf aktive Aneignung von gesundheitsbezogenen Überzeugungen und Strategien.

 

Die Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung hat an der EKS einen besonderen Stellenwert. Schon seit Ende der 80-er Jahre entwickelten sich an der EKS, die Mitglied im OPUS - Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen in NRW ist, verschiedene Bemühungen, Pläne zur gesünderen Gestaltung der Schulumwelt und zur Gesundheitsförderung zu realisieren. Ausgangspunkte waren alarmierende Presseberichte über den sich verschlechternden Gesundheitszustand vor allem bei Kindern und Jugendlichen.Durch die hier praktizierte Form der „Rückenschule, durch präventives Muskel- und Entspannungstraining und durch Möglichkeiten zum Ausdauertraining soll den Folgen von Bewegungsmangel sowie Sitzschäden und Schulstress vorgebeugt werden

   

Im Rahmen des Sportunterrichts erlernen die Kinder des 5. Schuljahres durch eine "Sitzschule" die richtige Körperhaltung beim Sitzen, lernen Entlastungshaltungen und Sitzalternativen kennen und erstellen - wenn gewünscht - im Fach Technik ein selbstentwickeltes Schreib- und Lesepult.

   

Ab dem 7. Schuljahr findet Sportunterricht auch in einem 300qm großen schuleigenen Fitnessraum statt. An modernen Trainingsgeräten, die der Förderverein der Schule finanziert hat oder die von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden, wird ein gezieltes Muskeltraining der für eine gute Körperhaltung wichtigen Muskelgruppen durchgeführt. Die Geräte übernehmen die Führung der Bewegung weitgehend auf eine gelenkschonende Weise, was das Verletzungsrisiko vermindert.

Zusätzlich werden durch sogenannte "Traum- und Phantasiereisen" sowie Musikmeditationen die Schüler an verschiedene Entspannungstechniken herangeführt. Ziel ist es zunächst, die Kinder und Jugendlichen Ruhe und Wahrnehmung des eigenen Körpers erleben zu lassen und ihnen ein positives körperliches Wohlgefühl zu vermitteln.

   

Die Gesundheitserziehung bleibt aber nicht auf das Fach Sport beschränkt. Neben den Schwerpunkten des Projektes "Gesundheitstraining" werden fächerübergreifend auch andere Themen der Gesundheitserziehung behandelt.

Im Fach Biologie werden z.B. die Gefahren des Drogenmissbrauchs, des Alkohols und des Rauchens thematisiert.

   

Das Fach Haushaltslehre vermittelt Informationen zum gesunden Essen und Trinken und unterstützt das starke Engagement der Eltern, die in der "Knusperstube" schmackhafte vollwertige Speisen anbieten, die sehr gut angenommen werden. Das Warenangebot umfasst belegte Vollwertbrötchen, Vollkornwaffeln, Quarkspeisen mit Früchten, Obst, Rohkostsalate, Obstsäfte und Mineralwasser.

 

Der Prozess der Gesundheitserziehung wird neben dem Fachunterricht durch Arbeitsgemeinschaften mit Jungen und Mädchen unterstützt, wenn sie dort etwas über Inhalte der Sexualerziehung und der Selbstbehauptung, der gesunden Ernährung, der Rückenschule, der Gewaltprävention und der Suchtprophylaxe erfahren.

   

1997 nahm die Robert Bosch Stiftung Kenntnis von der gesundheitsfördernden Praxis an der EKS, vor allem wohl bewirkt durch Veröffentlichungen über den selbst geschaffenen Fitnessraum für eine Rückenschule und für präventives Gesundheitstraining im Sportunterricht, das ab Jahrgang 7 als eine achtwöchige Unterrichtsreihe jedes Jahr durchgeführt wird. Die Stiftung forderte die Schule auf, sich für ihr Förderungsvorhaben „Gesunde Schule“ zu bewerben. Die Stiftung wählte sie wie 44 andere Schulen aus einem Kreis von 136 Kandidaten aller Schulformen in der Bundesrepublik aus und unterstützte sie in einer ersten Förderphase mit 55 000 DM.

   

Der EKS schienen vier Vorhaben bestehender Praxis mit den Fördergeldern ausbaubar:

 
  • Umgestaltung des Schulhofs in Aktions- und Ruhezonen,
  • Theaterprojekte zur Suchtprophylaxe,
  • Ausbau des Schwarzlichttheaters im Fach Darstellen und Gestalten,
  • Weiterentwicklung des Projekts „Gesundheitserziehung“ durch Stepp Aerobic im Schwerpunkt Ausdauertraining
 

und

 
  • im sexualerzieherischen Bereich die Jungen- und Mädchenförderung.
   

Schließlich förderte die Stiftung noch ein Zirkus-Projekt für über 200 Kinder.

   

Erst profitierte nur die Erich Kästner-Schule von der finanziellen Unterstützung ihrer gesundheitsfördernden Projekte durch die renommierte Robert Bosch Stiftung, dann konnten für eine bewilligte zweite Phase auch die als Partner hinzugewonnenen Gesamtschulen aus Iserlohn und Hagen-Eilpe die in ihrem Netzwerk gemeinsam entwickelten Vorhaben zur Gesundheitsförderung dank der finanziellen Hilfe aus Stuttgart realisieren.

 

Diesmal konnten Projekte zur Jungen- und Mädchenförderung mit Klassen des 6. Jahrgangs unter professioneller Hilfe der Jugendbildungsstätte Frille bei Minden durchgeführt werden. Diese erfolgreiche Veranstaltung zur Selbstfindung in seiner jeweiligen Geschlechtsrolle wird in weiteren Unterrichtsveranstaltungen bei den Kindern fortgesetzt, um ihnen Impulse für ihre Lebensplanung und für ihre Ich- Stärkung zu geben. Der Frille- Besuch ist mittlerweile als Klassenfahrt fester Bestandteil der gesundheitsfördernden Maßnahmen

   

Die Motivation, sich selbst aktiv für die eigene Gesundheit einzusetzen, kann bei den Schülern vor allem aus einer freudvollen, erlebnisorientierten und das Wohlbefinden steigernden Gestaltung des Schulalltags erwachsen, was befruchtend auf Unterricht, Pause, Ganztag und Schulleben ausstrahlen sollte.

Möglichen Problemen im angestrebten friedlichen Zusammenleben werden u. a. durch Maßnahmen der Gewaltprävention begegnet: So läuft in Zusammenarbeit mit der Polizei im 6. Jahrgang das Projekt „Abziehen ist kein Kinderspiel“, auf dem im 8. Jahrgang der Projekttag „Ohne Gewalt stark“ aufbaut. Beide Vorhaben zielen darauf ab, mögliche Opfer zu stärken und sinnvolle Strategien des Widerstehens zu entwickeln

   

Die Eigenverantwortlichkeit wird gestärkt, wenn Schüler des 8. Jahrgangs, als Busbegleiter ausgebildet, bei Konflikten in ihren Bussen deeskalierend eingreifen. Schüler des
10. Jahrgangs fungieren nach entsprechender Ausbildung und unter fachkundiger Begleitung der Sozialpädagogen bei den unteren Jahrgängen als Streitschlichter. Sie bieten so ein Beispiel, verantwortungsbewusst und selbstverantwortlich Konflikte lösen zu helfen.

Dem Wohlbefinden der Lehrerschaft dient der Fitnessraum ebenso, der in seinen unterrichtsfreien Zeiten ihr zur Verfügung steht; auch nutzt abends eine Lehrergruppe die Räumlichkeiten einmal pro Woche.

Als jüngste Maßnahme zur Gesundheitsprävention hat die Schule in Verbindung mit der KKH (der Kaufmännischen) und einem ortsansässigem Optiker flächendeckend für den neuen 5. Jahrgang einen Sehtest durchgeführt, dessen Ergebnisse den Eltern mitgeteilt wurden.

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