Schule für alle: Inklusion und Integration

Das pädagogische und umfassende Leitbild von Gesundheit schließt Menschen ein, deren individuelles Potential nicht der „Norm“ entspricht. Entsprechend diesem Selbstverständnis sieht die Erich Kästner-Schule seit vielen Jahren eine bedeutende Aufgaben darin, sowohl Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf als auch Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse aufzunehmen, ihren Bedürfnissen entsprechend zu fördern und in das schulische bzw. gesellschaftliche Leben zu integrieren.

2.1.1 Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungs-bedarf

Der Begriff Inklusion wird oft in Verbindung mit der Beschulung von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen benutzt. Von seiner ursprünglichen Bedeutung her greift dieser jedoch viel weiter und umfasst die Berücksichtigung und Wertschätzung der Diversität von Menschen (z.B. Ethnien, Religionen, sexuellen Orientierungen, Behinderungen) im alltäglichen Leben. Die Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf ist deshalb ein großes Aufgabenfeld, an dem täglich gearbeitet werden muss.

Die UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 hat einen gesellschaftlichen und schulischen Entwicklungsprozess in Gang gesetzt, dem sich die Erich Kästner-Schule mit der Aufnahme von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf stellt. Die Konvention geht in der Präambel auf den Begriff “Behinderung” ein. Es wird beschrieben, dass „Behinderung aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs– und umweltbedingten Barrieren entsteht“. Daraus leitet die EKS den Auftrag ab, hindernde Barrieren zu minimieren bis sie letztlich verschwinden. Wesentliche Schritte in diesem Entwicklungsprozess sind schulinterne und externe Fortbildungstage, die Integration von Sonderpädagogen in das Kollegium und die Entwicklung förderlicher Rahmenbedingungen. Die Erich Kästner-Schule ist Schwerpunktschule für Kinder mit körperlich-motorischem Unterstützungsbedarf, so dass viele Sonderpädagogen mit diesem Förderschwerpunkt hier tätig sind.

Vernetzung, Austausch und Zeitressourcen sind unerlässliche Voraussetzungen für den erfolgreichen Integrationsprozess. Durch die Installation von Teamstrukturen auf Klassen- und Jahrgangsebene, die fest im Wochen-, Monats- und Jahresablauf verankert sind, kann ein ständiger Austausch über wahrgenommene Barrieren und eine Beratung auf multiprofessioneller Ebene erfolgen. Darüber hinaus kann flexibel auf besondere Situationen und Bedürfnisse reagiert werden, indem wir auf die fachliche Kompetenz der Sonderpädagogen zurückgreifen und Ihnen die Entscheidung überlassen  welches Kind zu welcher Zeit besonderer Aufmerksamkeit und Unterstützung bedarf.  

Die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden in der Regel in zwei Klassen zusammengefasst beschult, um durch die Bündelung der Bedürfnisse eine effiziente Verteilung der Ressourcen zu gewährleisten. So kann die Schülerzahl in diesen Klassen reduziert und ein Sonderpädagoge als dritter Klassenlehrer eingesetzt werden. Dieses ermöglicht, dass in vielen Fächern mit zwei Lehrern in der Klasse gearbeitet werden kann und dass die sonderpädagogischen Lehrkräfte wichtige Bezugspersonen für die Kinder darstellen. Eine im Stundenplan verankerte Besprechungsstunde des Klassenlehrerteams ermöglicht pädagogische und fachlich-inhaltliche Absprachen. Die Sonderpädagogen sind vorwiegend in einer Jahrgangsstufe eingesetzt, haben im Teamlehrerzimmer ihren Arbeitsplatz und stehen dort für Beratungsgespräche zur Verfügung. Für den Austausch und die Beratung der sonderpädagogischen Fachkräfte sind weitere Besprechungsstunden vorgesehen. Darüber hinaus tauschen sich alle Fachlehrer in größeren Abständen in einer weiteren Teamstunde aus.

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