Das Konzept umfasst eine binnendifferenzierende Förderung im Regelunterricht aller Fächer, ergänzt durch gruppenverkleinernde Maßnahmen in den Klassenlehrerstunden der Sekundarstufe I. Daneben werden Fachförderkurse in den Regelunterricht aller Jahrgangsstufen eingerichtet. Das Förderprogramm DaZ für Seiteneinsteiger ohne deutsche Sprachkenntnisse und eine Jungen- und Mädchenförderung in verschiedenen Projekten komplettieren das Angebot.

Gruppenverkleinernde Maßnahmen

Im 5. Jahrgang sieht der Stundenplan zwei Klassenleitungsstunden vor, von denen eine doppelt besetzt ist. Dieses dient zur Einübung und Durchführung des Klassenrats, bietet aber auch Gelegenheit zur individuellen Förderung. Durch die Gruppenverkleinerung sollen Leistungsdefizite aufgearbeitet sowie Zusatzangebote gemacht werden. In den Jahrgängen 6 bis 10 ist zu diesem Zweck eine doppelt besetzte Klassenlehrerstunde vorgesehen.
Im 5. und 6. Jahrgang erfolgt eine systematische Sprachförderung, die Förderstunden sind in das Stundenraster integriert. Während der Förderung werden Leistungsstärken und -schwächen durch die Anwendung festgelegter Verfahren diagnostiziert. In jedem Förderblock werden in der Regel für zwei Klassen 3 Fördergruppen mit je 18 Schülern gebildet.


Fachfördergruppen im Regelunterricht

Alle früher im Rahmen der Zusatzstunden eingerichteten fachbezogenen Förderkurse sind im Zuge der Umstellung auf das 65 Minuten-Modell in die regulären Unterrichtstunden integriert worden, um anstatt zusätzlicher Module eine individuelle Förderung in enger Anbindung an die jeweiligen Fächer und damit eine passgenaue Unterstützung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck haben alle Fächer durch die Stundenumstellung zusätzliche Unterrichtszeit gewonnen.
Darüber hinaus werden im 2. Halbjahr des 10. Jahrgangs in den Fächern Englisch, Deutsch, Italienisch und Mathematik fachbezogene Vorbereitungsmodule für die Sekundarstufe II eingerichtet. Alle potentiellen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II erhalten je nach Förderbedarf eine Wochenstunde in max. zwei der genannten Fächer.
Durch eine Zusammenarbeit mit der Professional School of Education Bochum kommen pro Halbjahr vier bis sechs angehende Lehramtsstudenten zur Unterstützung im Bereich der individuellen Förderung. Die Studenten arbeiten für 4 Wochen pro Schulhalbjahr in einem Umfang von 9 Schulwochenstunden an der EKS und ermöglichen so eine weitere individualisierte Schülerförderung besonders in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik.

Deutsch als Zweitsprache

Seit 2005/06 werden Flüchtlingskinder in die regulären Klassen der Jahrgangstufen 5 bis 9 aufgenommen; zum Erlernen der deutschen Sprache werden sie entsprechend ihres deutschen Sprachstandes in Fördergruppen mit jeweils ca.15 Kindern zusammengefasst. Hier erhalten sie im gesamten Schuljahr eine zusätzliche Sprachförderung von bis zu 8 Wochenstunden (a` 65 Minuten), die von speziell fortgebildeten Lehrkräften erteilt werden. Unterstützung erfahren sie dabei von Studentinnen und Studenten sowie von außerschulischen Fachkräften. Die Förderung findet in der normalen Unterrichtszeit statt, d.h. die Schülerin oder der Schüler verlässt während festgelegter Stunden den Klassenverband und erlernt in Gruppen mit den anderen nichtdeutschsprachigen Kindern die deutsche Sprache. Alle Sprachfördergruppen sind mit mehreren Fachkräften besetzt, um eine individuelle Förderung zu erzielen. Sprachstandtests im Laufe des Schuljahres geben Auskunft über den Lernfortschritt, dazu bekommen die Schülerinnen und Schüler Materialien zum selbstständigen Lernen. Die Schülerinnen und Schüler können am Ende des zweiten Schuljahres zunehmend am Regelunterricht teilnehmen, lediglich in Einzelfällen ergibt sich zusätzlicher Sprachförderbedarf. Dieses Ergebnis spricht für das Konzept, die nichtdeutschsprachigen Kinder sofort mit einem Teil der Stunden in die Regelklassen zu integrieren, anstatt sie in besonderen Sprachklassen zu separieren.


Jungen- und Mädchenförderung

Ausgehend von einem umfassenden Gesundheitsbegriff, der auch seelische Befindlichkeiten und versteckte Beeinträchtigungen des Gefühlslebens in die Überlegungen einbezieht, und ausgehend von einem Sprachförderbegriff, der Lerngegenstände an realen Problemen handlungsorientiert ausrichtet und durch kooperative Lernformen unterstützt, besteht die Jungen- und Mädchenförderung aus mehreren Teilen.
Im 5. Jahrgang nimmt jede Klasse an einem eintägigen Seminar teil, das federführend von den Sozialpädagoginnen der EKS gestaltet wird. Der zweite Teil des Projekts erfolgt zu Beginn des 6. Jahrgangs, in dem die Klassenfahrt als dreitägige Seminarfahrt zur Thematik „Jungen-und Mädchenförderung“ stattfindet. Zu diesem Zweck werden Anbieter und Ziele gewählt, die besondere Seminare zu diesem Themenbereich im Programm haben.
Gearbeitet wird in beiden Projektteilen in geschlechtsgetrennten Gruppen, in denen die besonderen männlichen und weiblichen Lebensbedingungen, ihre Alltagserfahrungen und oft widersprüchlichen Rollenerwartungen beleuchtet werden. Die Mädchen sollen Gelegenheit erhalten, sich ihrer Stärken bewusst zu werden, um eigene Interessen und Grenzen auszudrücken und zum Anknüpfungspunkt für ihr selbstbestimmtes Handeln zu machen. Demgegenüber sollte den Jungen Raum gegeben werden, ihre Verunsicherung in der Mannwerdung und im Mann - sein produktiv zu wenden und einen eigenen Standpunkt mit Blick auf die eigene Individualität zu entwickeln, der auf Abgrenzung und Abwertung von anderen verzichtet.
Im 7. Jahrgang wird diese Form der Jungen- und Mädchenförderung in dem Projekt „Check it! - Mädchen sein, Junge sein - voll der Stress!“ fortgeführt. Hier werden Fragen, die das Entwicklungsalter betreffen, ebenso thematisiert wie die Problembereiche Mobbing und Ausgrenzung. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt der Beratungslehrerin des Jahrgangs, einer Schulsozialpädagogin und bei Bedarf Teamern des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Aufbauend auf dieser Förderung folgt im 7. und 8. Jahrgang der „Zukunftstag“ (Girls´ Day, Boys´ Day), an dem sich alle Schüler der beiden Jahrgänge einen Betrieb zur Berufserkundung suchen. Idealerweise sollen Mädchen in typisch männliche Berufsfelder und Jungen in typisch weibliche Berufsfelder hineinschnuppern. Dadurch kann der Projekttag dazu beitragen, dass sowohl Jungen als auch Mädchen ihr Berufswahlspektrum erweitern und sich zudem interessante Karriereoptionen für den qualifizierten Nachwuchs ergeben. An diese Jungen- und Mädchenförderung knüpfen im 8., 9. und 10. Jahrgang die Maßnahmen des Berufswahlorientierungsprogramms an.

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Ein offenes Kontaktangebot bietet auch die Schulpflegschaft mit der Gruppe "Eltern für Eltern". Weitere Informationen finden sich hier.

Zusätzliche Informationen