Hier die Rede des Schulleiters. Die WAZ schreibt auch etwas dazu!

Zur Verabschiedung von Erika Seiler

Fast 42 Jahre im Dienst, davon eine beträchtliche Zeit an der EKS – das sind unglaubliche Zahlen. Mir fällt es jedenfalls schwer, mich nach rund 20 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit von Ihnen trennen zu müssen. EKS ohne E.S. – das ist unvorstellbar! Ab morgen werden wir uns daran gewöhnen müssen

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Doch wie geht es Ihnen, Frau Seiler? Freuen sie sich auf Zeit nach „Erich Kästner-Schule, Seiler!“ Was werden Sie am meisten vermissen? Wir rätseln:

Wird es das Schulbudget sein? Was werden sie nun alles berechnen oder bestellen? Das Schulbudget wird jedenfalls nur sehr schwer ohne sie auskommen!

 

Oder werden sie einige Postfächer der Lehrkräfte vermissen – meist alphabetisch geordnet, mal regelmäßig geleert, mal über Monate nicht. Was werden Sie zukünftig sortieren? Oder sagen sie: darauf kann ich gerne verzichten?

Sagen Sie: Nein, am meisten werden mir die Schülerakten fehlen. Nur wenige blicken da durch, sie aber benötigen immer nur wenige Sekunden, um die benötigten Unterlagen herbeizuzaubern. Wie oft werde ich sie anrufen müssen? Wir wissen es nicht.

Wir wissen es nicht, was in der Zukunft passieren wird – wir wissen aber, was sie in den letzten 40 Jahren geleistet haben: Sie waren viel mehr als eine Schulsekretärin: Sie haben ihren Beruf perfekt gelebt!

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Sie hatten vier Schulleiter, ein riesiges Kollegium und ungezählte Kinder „im Griff“ – und das vollständig und vorbildlich. Darüber hinaus waren Sie eine Kollegin, die sich durch Warmherzigkeit, Kompetenz und

Verantwortungsbewusstsein auszeichnete. So, wie Sie Ihre Aufgabe wahrnahmen, trugen Sie ganz wesentlich dazu bei, dass wir uns an unserer Schule wohlfühlen können: • Die Eltern, wenn Sie z.B. besorgt nach ihren Kindern fragten, die nach der Schule nicht wie erwartet pünktlich zu Hause angekommen waren, • die Schülerinnen und Schüler, die mit ihren kleinen und großen Sorgen zu ihnen kamen und manchmal nicht anderes brauchten, als dass man ihnen zuhörte, • die Lehrerinnen und Lehrer, die mitten im größten Trubel der Pause ganz dringend ein bestimmtes Formular oder Batterien für ihre Fernbedienung brauchten • und dann kam auch noch der Schulleiter. In solchen Situationen den Überblick zu bewahren, war bestimmt nicht einfach. Doch sie schafften es, dass alle hinterher das Gefühl hatten, genau das bekommen zu haben, was man in diesem Moment brauchte.

Wie es Ihnen in Ihrer Arbeit manchmal ging, das haben wir uns sicherlich zu selten gefragt. Denn jedes Mal, wenn wir etwas von Ihnen wollten, war das natürlich ganz wichtig. Trotzdem haben Sie das, was man als gutes Schulklima umschreibt, mitgeprägt.

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Und damit meine ich nicht nur das herzliche Miteinander im Sekretariat, das durch Erika Seiler und Cornelia Schwonnek nachhaltig geprägt wurde. Dazu fällt mir nur der Begriff „Dreamteam“ ein!

Für ihre der Schule und auch mir geschenkte Zeit möchte ich Ihnen herzlich danken. Wie oft haben Sie mich vor Fehlern bewahrt, indem Sie mich darauf hinwiesen, ob ich „das wirklich so schreiben wolle?“. Sie haben mich erinnert, wenn ich etwas zu vergessen drohte, mit den hilfreichen Worten: „Wollten Sie nicht gerade...?“

Da spätestens wusste ich: ich wollte…

Die wenigsten Menschen haben eine Vorstellung davon, wie vielfältig und einnehmend so ein Sekretärinnen-Tag ist!

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Es ist definitiv kein Job für Menschen, die morgens erst einmal eine Zeit benötigen, um auf Touren zu kommen. Ab 7.10 Uhr klingelt permanent das Telefon. Während der Schulleiter sagen kann, es sei nicht da, heißt es bei Ihnen mit gleichbleibender Herzlichkeit: „Erich Kästner-Schule, Seiler!“

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Daran haben selbst die besonderen Anforderungen einer Corona-Pandemie nichts geändert – ganz im Gegenteil, sie haben so ganz nebenbei noch Frau Herzberg EKS-tauglich ausgebildet! So konnte ich in meinen bis heute „geheimen“ jährlichen Dienstbeurteilungen stets schreiben: “Die Arbeitsgüte und die Verwertbarkeit der Arbeitsergebnisse sind nicht zu übertreffen. Die Arbeitsleistung ist auch unter erschwerten Bedingungen stets erstklassig. Frau Seiler ist eine absolut unverzichtbare Mitarbeiterin der Erich Kästner-Schule.“

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Ich, wir alle werden Sie vermissen, Frau Seiler. Gleichzeitig weiß ich, dass es kein endgültiger Abschied sein wird, denn Sie werden weiter mit Interesse die Entwicklung „Ihrer“ Schule verfolgen und hoffentlich von Zeit zu Zeit mal vorbeikommen – nicht nur aus hier gezeigtem Anlass. Sie sind uns auf jeden Fall und jeder Zeit herzlich willkommen.

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Mir bleibt jetzt nur noch, Ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg alles Gute zu wünschen und Ihnen von Herzen für alles zu danken, was Sie für unsere Schule getan haben. Und mit Peter Beckmann hoffe ich auf viel Farbe in ihrem weiteren Leben und „Bleiben Sie gesund!

26.01.2021 Dr. Ludger Jonischeit, Schulleiter

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